Tag Archives: resources in German language

::: DANKESCHÖN & THANK YOU

28 Mar

Sie ist draußen. Die Dissertation: Die minimale Politik der Wikipedia. Tausend dank an alle Weggefährten, die mich über die ganze Zeit hinweg unterstützt, motiviert und zum Nachdenken gebracht haben!

Book release, finally. Thanks to everyone!!!

 

ZSF.

Politik an neuen Orten zu suchen, nicht nur in den Protokollen der Parlamente, in der veröffentlichten Meinung der großen Zeitungen, sondern gerade dort, wo die Kategorie des Politischen ins Schwimmen gerät – dies bildet den Ausgangspunkt der Studie.

Wikipedia gilt als prominentes Beispiel für Wissenskoproduktion und für die Ausbuch-stabierung des Gemeingut-Gedankens. Eine Frage, die in der qualitativen Kultur- und Internetforschung und in Ergänzung zu institutionalisierten Politikbegriffen in diesem Kontext bislang kaum gestellt wurde, ist: Inwiefern ist die Wissenskoproduktion in der Wikipedia politisch?

Die Studie widmet sich gezielt dieser Frage und untersucht vergleichend die deutsch- und englischsprachige Wikipedia. Am Beispiel von Wissens- und Wertkonflikten werden kulturelle Muster der Wissenskoproduktion sowie Strategien der Politisierung exploriert. Dabei wird eine theoretische Modellierung politischer Wissenskulturen vorgeschlagen und die Idee kreativer Politik entwickelt. Jenseits eines staats- bzw. policy-zentrierten Verständnisses von Politik setzt die Analyse dort an, wo Menschen öffentlich miteinander in Interaktion treten.

SUMMARY

Wikipedia has become ‘mainstream’ and is one of the major actors in the field of commons based peer production. One question has not been asked yet by cultural studies and internet research: To what extent can Wikipedia’s knowledge coproduction be qualified as being political? Beyond a state and policy centered understanding of politics, the analysis starts where people interact publicly with each other.

To search for politics in new places, in places beyond the protocols of the parliaments, beyond the published opinion in the major newspapers – this is both starting point and aim of the study. It looks into areas where the category of the political becomes blurred. In doing so, the English and German language versions of Wikipedia and its strategies of politicization are explored. Also, a theoretical model of political knowledge cultures is proposed and the idea of creative politics developed

LINKS

ONLINE: Hier der Link zum CC-lizenzierten Volltext: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2017/1115/pdf/Dissertation_Johanna_Niesyto.pdf

PRINT: … und der Link zur Verlagswebsite: http://www.universi.uni-siegen.de/katalog/einzelpublikationen/743653.html

 

:::: Warum macht es die Welt besser, Wikipedia zu editieren?

28 Mar

Jöran hat bei mir nachgefragt – in seiner Reihe “Make Aufklärung great again.” Meine Antworten war ein Vierklang: Warum macht die Welt besser, Wikipedia zu editieren?

  1. … weil man damit sein Menschenrecht lebt;
  2. … weil man sich damit digital engagiert und die Zivilgesellschaft stärkt;
  3. … weil man damit Wissen teilt;
  4. … weil man damit individuell wie kollektiv Medienkompetenz fördert.

Hier geht’s zum Interview (mp3): https://www.joeran.de/jra055-jra-maga-wikipedia-editieren/

:::: vor- & nachlese in einem: wikipedia, mehr als wikipedia. frauen, mehr als frauen

27 Jan

“wikipedia, mehr als wikipedia. frauen, mehr als frauen” war mein gedanke, als ich zum neujahrsempfang kölner und bonner frauennetzwerke eingeladen wurde. das wurde dann auch der titel meines kleinen einführenden ritts durch die wikipedia. Continue reading

:::: interview ohne antworten: hannah arendt & free unpaid labour

7 Sep

was hätte wohl hannah arendt zur diskussion um (digitale arbeit &) free unpaid labour gedacht und gesagt? hätte sie statt dem begriff des hobbys die figur des spiels wieder aufgegriffen? und hätte sie commons based peer production als spielplatz skizziert, dem nicht das ernst des lebens der arbeit inhärent ist? hätte sie dem inflationären gebrauch des wortes ‘kooperation’ die stirn geboten und den begriff in seiner politischen qualität verteidigt? hätte sie sich wohl mit yochai benkler auch über den begriff der produktivität gestritten? oder hätte sie ihren begriff der herstellung und vielleicht auch den der arbeit überdacht und neu formuliert? oder hätte sich für ihren arbeitsbegriff stark gemacht und gegenwärtige (digitale) formen von free unpaid labour mit wortgewaltiger und zugleich wortwitziger kritik bedacht? sie hätte gedacht — soviel ist sicher. ich geh’ jetzt spielen.

:::: interview cyberfeminismus #06: femgeeks

22 May
Creative Commons BY-NC-SA 3.0 Unported Lizenz: femgeeks.de

Creative Commons BY-NC-SA 3.0 Unported Lizenz: femgeeks.de

e-mail-interview am 21. Mai 2013 mit charlott & melanie von femgeeks: rrrebooting gender

# wann und warum habt ihr euren gemeinschaftsblog begonnen?

melanie: wir haben im märz 2012 angefangen auf einer mailingliste zu besprechen, was wir uns unter einem geekfeministischen blog vorstellen und wo unsere interessenschwerpunkte liegen. nach intensiver vorbereitung ging femgeeks am 1. juli 2012 online. femgeeks wurde gegründet, da wir uns ein deutschsprachiges Blog wünschten, das geekige themen aus einem feministischen und feministische themen aus einem geekigen blickwinkel betrachtet.

charlott: vielleicht ist auch noch interessant zu erwähnen, dass diese mailingliste ja durch melanie ins leben gerufen wurde und du über twitter nach interessierten menschen gesucht hast. mich persönlich hat die vorstellung gereizt, einen raum zu schaffen, in dem über geekige themen gesprochen werden kann, ohne ständiges mansplaining und mit einem feministisch-kritischen blick auf gesellschaftliche zusammenhänge. Continue reading

:::: interview cyberfeminismus #05: sharon adler

16 May
logo aviva

Logo von AVIVA

telefoninterview am 29.03.2013  mit sharon adler, aviva-gründerin.

# wann und mit welcher idee haben sie damals aviva ins leben gerufen?

mit der konzeption habe ich bereits im sommer bzw. im herbst 1999 begonnen. ins netz ging aviva am 1. februar 2000. damals waren das statische html-seiten; programmiert haben die seiten die programmiererinnen susanne appelt und gerlinde behrendt. vor ein paar jahren haben wir eine datenbank angebunden, so dass das einstellen von inhalten einfacher und auch nutzer_innenfreundlicher wurde. heute gibt es ca. 30 frauen, die für die aviva schreiben.
warum ich aviva gegründet habe? ich wollte ein neues frauenformat im netz gründen. damals fand ich zum einen, dass frauen unzureichend im netz vertreten waren und ich wollte, dass besonders frauen das kommunikationsmedium internet nutzen und dort präsent sein sollten. zum anderen gab es auf dem print-markt keine titel, die genau das vereinigt haben, was ich wollte: ein informationsportal für frauen aller coleur. von beginn an habe ich das internet als mitmach-web verstanden und die user_innen eingebunden. Continue reading

:::: interview cyberfeminismus #04: girls can blog

7 May
Photo by @veggie_love

Photo by @veggie_love

e-mail-interview am 24.03.2013 und 01.05.2013 mit annina, editor von GIRLS CAN BLOG.

# wann und mit welcher idee hast du damals GIRLS CAN BLOG (GCB) ins leben gerufen?

GCB gibt es seit 2010. damals wollte ich durch bloggerinnen-portraits frauen im internet sichtbarer machen und die vernetzung untereinander stärken helfen.

# mit welchen (kollektiven) akteuren hast du dich damals vernetzt?

besonders die mädchenmannschaft hat mich anfangs sehr unterstützt, wofür ich ihr heute noch dankbar bin. daraus haben sich zum beispiel persönliche Kontakte zu helga hansen und susanne klingner (beides ehemalige mitglieder) sowie nadine lantzsch, magda albrecht und nadia shehadeh ergeben. darüber hinaus habe ich schnell anne roth und teresa bücker kennengelernt. und dann natürlich online noch jede Menge anderer frauen wie antje schrupp, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann und zum teil auch gar nicht namentlich kenne. Continue reading